„Der Kommunismus hat die DDR in die Gottlosigkeit getrieben“

04. Januar 2018  aus Gladbeck

4. Januar 2014

Eine Falschbehauptung die sich hartnäckig hält

Das Gebiet der ehemaligen DDR, also unsere neuen Bundesländer, ist die gottloseste Region der Welt – schreibt der Spiegel in der Ausgabe 51 vom 21.12.2013 auf der Seiten 119/120.

„Nirgendwo auf der Welt sind die Menschen weniger religiös als in dem Gebiet der ehemaligen DDR.“ Nur 23 % der Ostdeutschen glaubten 2013, dass Gott, Gottheiten oder etwas Göttliches existiert – 2008 waren es gar nur 12 %. Der missionarische Eifer der Kirchen hat somit innerhalb von nur 5 Jahren fast zu einer Verdoppelung geführt. Allerdings lassen sich im Osten nur 12 % in Gottesdiensten sehen.

Nun wird immer wieder behauptet, leider auch von Exponenten meiner Partei, dass der Kommunismus dafür gesorgt habe, dass dort die Gottlosigkeit grassierte. Das ist aber falsch!

Der Bochumer Historiker Lucian Hölscher ist der Behauptung nachgegangen und hat sie nun widerlegt. In weiten Teilen des Landes, besonders im Norden und im Osten, war auch vorher mit der Religion wenig los. Im Umland von Berlin und Stuttgart war schon um 1800 herum der Glaubenseifer ermattet.

Hölscher: “ Damals war es nicht besser als heute.“

„Die Entkirchlichung Ostdeutschlands war sehr viel älter als die DDR. In den mittel- und ostdeutschen Gebieten bestand schon vor 1945 eine deutlich höhere Bereitschaft für alternative, nicht-christliche Weltanschauungen.“ Quelle: L. Hölscher: Datenatlas zur religiösen Geographie https://www.hsozkult.de/publicationreview/id/rezbuecher-1167


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